Theaterpädagogische Grundsätze und Ziele

Der Prozess orientierte Unterricht

Spielerinnen und Spieler jeden Alters werden mit theaterpädagogischen Mitteln zum Spielen animiert und entwickeln gemeinsam eine Spielvorlage, die aktiv zur Auseinandersetzung mit der eigenen Situation oder einem gesellschaftlich relevanten Thema beiträgt. Dabei wird ein künstlerischer Prozess in Gang gesetzt sowie die Kompetenzen des Einzelnen gefördert (Kreativität, Selbstwertgefühl, Ausdruck, Empathie usw.). Die ethisch-soziale Verantwortung der Gruppe wird gestärkt.

 

 

Die Gleichberechtigung der Spielerinnen und Spieler auf und hinter der Bühne

Das junge THEATER liechtenstein sucht sich seine Darsteller und Darstellerinnen nicht aus. Grundsätzlich sind alle Theater interessierten Menschen willkommen und werden befähigt auf der Bühne zu stehen und ihren Beitrag zum Gelingen eines Theaterprojektes zu leisten. In selbsterarbeiteten Theaterstücken für und mit Jugendlichen und Erwachsenen fliessen auch Themen der Gleichstellung und Chancengleichheit: z.B. in den Bereichen Gleichstellung für Mann und Frau, soziale Benachteiligung, sexuelle Orientierung sowie Migration und Integration.
Menschen mit Beeinträchtigungen in kognitiver oder körperlicher Hinsicht werden als gleichberechtigte Partner integriert und akzeptiert. Erklärtes Ziel ist die Inklusion aller Menschen und der Abbau von Hemmschwellen gegenüber Menschen mit Behinderung.

 

 

Pädagogisch geschulte Fachpersonen

Die spezifisch ausgebildeten Fachpersonen des jungen THEATERs unterstützen Lehrpersonen bei der sozialen und gruppendynamischen Erziehung, erkennen soziale Probleme (Aggression, physische und psychische Gewalt, Ausgrenzung, geschlechtsspezifische Ablehnung, respektloser Umgang...) und zeigen über verschiedene theaterpädagogische Spiele und Übungen Auswege aus scheinbar festgefahrenen Strukturen.

 

 

Die Persönlichkeitsbildung der Spielerinnen und Spieler

Das theaterpädagogische Programm fördert das Selbstbewusstsein aller Kinder, im Besonderen jedoch das Selbstwertgefühl der eher schwachen oder fremdsprachigen Schülerinnen und Schüler. Dies gibt ihnen eine echte Chance ihre Ressourcen zu erkennen und ihr Können im ausserschulischen Bereich zu zeigen. Gleichzeitig werden den begabten Schülerinnen und Schüler Aufgaben gestellt, die ihren Fähigkeiten entsprechen, sie besonders herausfordern, sie Neues entdecken lässt und sie an komplexe Themen heranführt.
Die Lehrpersonen werden ermutigt das theaterpädagogische Training in ihren Schulalltag einfliessen zu lassen, das Lernklima in der Klasse zu verbessern sowie die soziale Kompetenz der Schülerinnen und Schüler zu fördern.
Theaterarbeit ist eng verbunden mit anderen Kunstformen. Sie motiviert Kinder und Jugendliche zum Lesen und fördert damit ihr Textverständnis und ihre Sprachentwicklung im Allgemeinen. Somit werden Kinder und Jugendliche an Literatur herangeführt.
Ausserdem wird der überlegte Umgang mit den Medien vermittelt und somit unerkannte Gefahren wie Übergewicht oder soziale Inkompetenz auf Grund von Isolation vorgebeugt.